Warum ein Rechenzentrum in Europa allein nicht reicht
Ein Cloud-Rechenzentrum in Europa schützt nicht automatisch vor dem Zugriff fremder Behörden – entscheidend ist der Sitz des Anbieters.

Ein Server in Frankfurt, ein Unternehmen mit Sitz in den USA – und plötzlich unterliegen die Daten doch amerikanischem Recht. Genau dieses Missverständnis treibt Alexander Windbichler, Anexia Group CEO, um, wenn er über digitale Souveränität spricht.
Sanktionen gegen Europa, die die eigene Wirtschaft lahmlegen könnten: Für viele Unternehmen und Regierungen klingt das abstrakt. Für Windbichler ist es eine reale Gefahr – solange digitale Souveränität kein zentrales Thema auf der IT-Agenda ist.
Im Gespräch mit ITWelt.at ordnet er das Thema als eines der wichtigsten IT-Themen der kommenden Jahre ein – befeuert durch den rasanten Ausbau von KI-Anwendungen, der die Abhängigkeit von außereuropäischer Infrastruktur zusätzlich verschärft. Auch auf EU-Ebene gewinnt die Frage an Gewicht, da die langfristige Absicherung europäischer Souveränität zunehmend als politische Notwendigkeit gesehen wird.
Serverstandort ist nicht gleich Rechtsraum
Sein zentraler Punkt betrifft ein verbreitetes Missverständnis: Viele Unternehmen gehen davon aus, dass ein europäischer Serverstandort automatisch für rechtliche Sicherheit sorgt. Windbichler widerspricht dem – maßgeblich sei nicht, wo die Hardware physisch steht, sondern in welchem Land der Cloud-Anbieter seinen Hauptsitz hat. Genau dieser Firmensitz bestimmt, welchem Rechtsraum die Daten letztlich unterliegen. Politische Spannungen oder Sanktionen könnten damit auch Unternehmen treffen, deren Daten formal in Europa gespeichert sind.
Woran man einen seriösen europäischen Cloud-Anbieter erkennt
Wer sich deshalb aktuell eine Liste europäischer Cloud-Anbieter zusammenstellt oder etwa nach einer AWS Alternative aus Europa sucht, sollte genau diese Frage zuerst stellen: Wo liegt der Unternehmenssitz des Anbieters – nicht nur der des Rechenzentrums? Ein Cloud-Anbieter ohne CLOUD Act unterscheidet sich von einem bloß europäisch beworbenen Angebot genau an diesem Punkt.
Mehr Diskussion statt Denkverbot
Windbichlers Fazit: Das Thema braucht mehr öffentliche Diskussion, nicht weniger. Zu oft werde die Debatte fälschlich als Rückschritt in der Digitalisierung abgetan – dabei geht es um die Grundlage, auf der digitale Souveränität überhaupt erst entstehen kann.
Originaltext nachzulesen in der ITWelt.at
Cloud-Infrastruktur von Anexia
Anexia bietet eine globale Cloud-Lösung, die in Europa entwickelt und gesichert ist und somit digitale Souveränität gewährleistet. Die Infrastruktur ist global vernetzt und erfüllt gleichzeitig strenge europäische Datenschutzstandards, wodurch Kunden eine robuste Datenkontrolle und Transparenz erhalten. Mit über 100 Serverstandorten weltweit – u. a. auch Rechenzentren in Österreich – ist Anexia als österreichisches Technologieunternehmen ein seriöser Cloud-Anbieter und eine europäische Alternative zu Hyperscalern wie AWS, Microsoft Azure und Google Cloud. Anexia unterliegt nicht dem CLOUD Act.


