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ANEXIA
SEP
9
2020

Lars-Sören Steck: Vermittler zwischen Technik und Kommunikation

Geschrieben am 9. September 2020 von Christina Rauter

Lars, 24 Jahre, ist Linux Systemadministrator an unserem Standort in Karlsruhe. Als Linux Systemadministrator betreut er verschiedene Systeme und Kunden der Anexia-Tochter netcup. Darüber hinaus ist Lars Teil des Community-Management-Teams. Das bedeutet, dass es unter anderem er ist, der auf Anfragen bei Twitter und Facebook antwortet. In seiner Hybrid-Rolle ist Lars immer wieder Vermittler zwischen Technik und Kommunikation. Wie genau er das alles unter einen Hut bringt, erzählt er uns in diesem #joinourrevolution Interview.

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Lars, du arbeitest aktuell am Standort Karlsruhe. Kommst du ursprünglich von dort?
Nein, ich komme ursprünglich vom Niederrhein, aus Rees, einer Stadt nahe der niederländischen Grenze. In meiner Jugend habe ich in Bonn in einem Internat gelebt und bin dort zur Schule gegangen. Für meine Arbeit bei der Anexia-Tochter netcup bin ich dann Ende 2015 nach Karlsruhe gezogen.

Wie bist du zu Anexia gekommen?
Zuerst habe ich ein duales Studium im Bereich Informationstechnik begonnen. Dabei arbeitest du in der Regel etwa drei Monate und studierst dann ungefähr wieder vier. Den Praxisteil habe ich in der Firma gemacht. Aber um ehrlich zu sein, ich hatte auch ein bisschen meine Probleme mit dem Studium. Es war für mich einfach nicht die richtige Lösung, das hab ich schnell gemerkt. Mir hat das praktische Arbeiten sehr viel mehr Spaß gebracht.

Zusammen mit meinen Chefs Felix und Oli haben wir dann beschlossen, dass ich stattdessen eine Ausbildung bei netcup anfange. Weil der Start aber erst ein halbes Jahr später möglich war, habe ich im Kundensupport gearbeitet, um diese Zeit zu überbrücken. Anfang 2019 hab ich dann meine Abschlussprüfung für die Ausbildung bestanden. Obwohl ich die Prüfung ein halbes Jahr vorgezogen hatte, war ich einer der Jahresbesten in Karlsruhe mit der Note ‚Sehr Gut‘.

Herzlichen Glückwunsch! Das klingt nach einer gelungenen Ausbildungszeit.
Auf jeden Fall, vielleicht will ich deswegen auch etwas weitergeben. Ich habe Anfang dieses Jahres meinen Ausbilderschein gemacht. Ich kann jetzt Azubis ausbilden und betreue ab September meinen ersten Auszubildenden. Außerdem habe ich mich bei der IHK (Industrie- und Handelskammer) als Prüfer beworben. Ich würde gern Fachinformatiker prüfen.

lch halte es für eine wichtige Sache, junge Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, bei ihren ersten Karriereschritten zu begleiten.

Was muss man tun, um Prüfer zu werden? Was ist deine Motivation dafür?
Es ist ein bisschen ein Prozess, bis man das werden kann, aber ich war tatsächlich gerade gestern in einer Prüfung als Gasthörer dabei. Wenn alles klappt, kann ich ab Winter oder im nächsten Jahr Teil des Prüfungsausschusses werden und Abschlussprüfungen abnehmen.
Es freut mich sehr, das machen zu können. Es handelt sich um einen ehrenamtlichen Posten. Wenn es da niemanden gibt, der sich meldet, müsste man ein anderes System etablieren, welches weniger praxisnah und für die Betriebe auch deutlich teurer wäre. Die Praxisnähe ist ja gerade einer der großen Vorteile der dualen Ausbildung. Vor allem aber halte ich es für eine wichtige Sache, junge Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen, bei ihren ersten Karriereschritten zu begleiten. Diese zu benoten und zu bewerten ist eine große Sache.

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Wie bist du auf deinen Lehrbetrieb aufmerksam geworden?
Dass ich mich bei netcup beworben habe, war eher ein Zufall. Ich kannte das Unternehmen aus Tests und deswegen bin ich auch selbst Kunde geworden. Ich war mit den Produkten zufrieden und ich hab mir gedacht, wenn ich mich bei einer Firma bewerbe, wo ich schon Kunde bin und aus eigener Erfahrung etwas über die Produkte erzählen kann, dann erhöhen sich die Chancen den Job zu bekommen. Das macht ja einen sehr guten Eindruck. (lacht)

War es eine gute Entscheidung?
Auf jeden Fall! Ich finde es super, dass mein bisheriger Weg bei netcup und Anexia so vielfältige Aufgaben für mich bereithält. In den ersten Monaten hab ich vor allem Kundensupport gemacht. Dann ging es weiter in den Bereich Operations, wo ich meine Ausbildung fortgesetzt habe bis zum Ende. Ich bin immer noch im Team und habe nun auch noch weitere Agenden aus dem Community-Management in einem gruppenweiten Team übernommen, welches mehrere Marken der Anexia-Familie betreut. Diese Abwechslung ist wirklich einmalig.

Was hast du an deiner Ausbildung besonders geschätzt?
Eine sehr wichtige und interessante Erfahrung war meine Zeit im Kundensupport. Ich habe dabei die ganzen Systeme einer Firma kennengelernt – von kleinen Kunden bis zu großen, von einmaligen Systemen, welche man vielleicht nur alle paar Monate sieht bis zu jenen, die man jeden Tag sieht. Als Supportmitarbeiter stehst du da an erster Stelle, alle Anfragen werden über dich geleitet.

Bei meiner Ausbildung fand ich es auch gut, dass ich mir meine Nische suchen konnte. Mein Spezialgebiet ist die Linux Systemadministration: Automatisierung, Scripting, etc. Dafür mache ich relativ wenig im Bereich Netzwerk, da komm ich einfach nicht gut rein. Das war aber nie ein Problem: Ich hab es natürlich in dem für meine Ausbildung nötigen Umfang beigebracht bekommen, aber danach haben die Kollegen darauf geachtet, dass man mich damit ein bisschen mehr verschont. (lacht) Das war mein Wunsch und das wurde dann auch respektiert.

Niemand kann alles gleich gut. Deshalb denke ich, dass es wichtig ist, den Auszubildenden die Freiheit zu geben, ihre eigenen Stärken und auch Schwächen finden zu können.

Worauf wirst du selbst achten, wenn du deine ersten Azubis ausbilden wirst?
Ich denke es ist wichtig, den Auszubildenden die Freiheit zu geben, ihre eigenen Stärken und auch Schwächen finden zu können. Niemand kann alles gleich gut. Für einen Betrieb, als auch für einen Mitarbeiter oder Azubi ist es wichtig, dass die Schwächen ausgeglichen und die Stärken gefördert werden. So kann letztlich jeder dort eingesetzt werden, wo er zum einen am meisten Spaß und Motivation bei der Arbeit hat und zum anderen am effizientesten und am produktivsten arbeiten kann. Davon profitieren also alle Seiten. Bei Auszubildenden ist es auch super wichtig, die Selbständigkeit zu fördern, sie eigene Aufgaben und später auch Projekte durchführen zu lassen. Natürlich stehe ich als Ausbilder bei Schwierigkeiten immer zur Seite.

Du bist im Community-Management-Team und betreust verschiedene Social-Media-Kanäle. Welche Fähigkeiten braucht es dafür?
Ich hab schon immer ein gutes Händchen dafür gehabt, Texte zu verfassen und die richtigen Worte zu finden und auch die nötige Diplomatie an den Tag zu legen in meinen Ausführungen. Das hilft mir schon sehr bei dieser Arbeit, aber es ist natürlich nochmal was anderes, ob man privat Texte schreibt oder ob man das an Orten macht, wo es ein bisschen hitziger her geht. In Fällen, in denen sich ein Kunde auf Twitter beschwert oder ähnliches, helfen mir außerdem die Erfahrungen und die Fertigkeiten, die ich im Kundensupport und überhaupt in meinen immerhin fast fünf Jahren bei der Firma gesammelt habe.

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Was gefällt dir generell an deinem Job? Was motiviert dich?
Ich mag die Abwechslung: Ich bin eher so der Feuerlöscher, sag ich immer. Ich bin gerne im Tagesgeschäft und lasse die verschiedenen Aufgaben und Herausforderungen tagtäglich auf mich zukommen. Ich finde das spannender als die Arbeit an riesigen Projekten, die sich über mehrere Wochen erstrecken und dann erst zu einem Abschluss kommen.

Auch macht es mir sehr viel Spaß zu sehen, wie eine Änderung, die ich mache, all unsere Kunden positiv beeinflusst. Es ist eine tolle Sache, wenn man die Möglichkeit hat, wirklich Einfluss nehmen zu können und die Dinge zu verbessern. Das ist auch das, was mir im Bereich Community-Management Spaß macht. Ich bekomme dadurch einen Überblick über die Stimmung in unserem Kundenumfeld und sehe Bereiche, wo wir uns verbessern können oder auch, wo alles gut läuft aus Sicht der Kunden. Ich glaube, das ist ganz spannend und man kann da immer entsprechend Maßnahmen treffen, bei denen man dann auch wirklich die Auswirkungen spürt. Das ist also schon cool.

Neben der Arbeit, was machst du in deiner Freizeit?
Ich bin natürlich auch privat sehr IT-interessiert. Ich nutze unsere Services, beispielsweise von netcup selbst und mach auch für Freunde und Vereine Webseiten. Ansonsten lese ich viel, höre gerne Musik und schau mal Videos auf YouTube oder so. Ich bin nicht jemand, der rausgeht und feiert. Auf Konzerte gehe ich gerne, wenn es Musik ist, die mir gefällt, aber aktuell ist das ein bisschen schwierig.

Welchen Bildungsweg würdest du jemanden empfehlen, der das gleiche machen möchte wie du?
Ich hab es auf jeden Fall nicht bereut, eine Ausbildung zu machen. Wenn man Systemadministrator werden möchte, braucht man nicht unbedingt studieren. Das heißt nicht, dass Systemintegration einfach ist. Ein Studium hilft sicherlich viel, aber z.B. in der Programmierung gibt es einfach Algorithmen und mathematische Kenntnisse, die man kennen sollte. Das ist in der Systemintegration nicht ganz so verbreitet. In der Ausbildung bekommt man das nötige Wissen. Trotzdem ist es wichtig, dass man da immer selbst mit am Ball bleibt. Es ändert sich viel und das muss man mitkriegen. Es hilft also, wenn man einfach sehr IT-affin ist und auch privat viel in dem Bereich macht. Man lernt jeden Tag etwas Neues.

Wenn man jetzt in den Bereich Community-Management gehen will, kann ich nicht so viel dazu sagen, weil ich da selbst so reingerutscht bin. Ich glaub, um das gut zu können, muss man einen ausgeprägten sprachlichen Ausdruck haben. Es hat mir da sehr geholfen, dass ich als Jugendlicher drei – vier Romane die Woche gelesen habe, also fast meine gesamte Freizeit. Durch das Lesen habe ich einen großen Sprachschatz erworben. Ich glaub, da muss man aber ein bisschen die Fertigkeit dafür haben, das ist ein bisschen veranlagt. Man sollte außerdem einen guten Überblick über möglichst alle Systeme und Prozesse im Betrieb haben.


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