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ANEXIA
AUG
1
2019

Un Ying Arnold: Hilft, dass Menschen sich verstehen

Geschrieben am 1. August 2019 von Christina Rauter

Wir alle fangen einmal klein an. Egal ob es sich dabei um ein Unternehmen handelt oder um die eigene Karriere. Aber Klein bleiben ist keine Option für uns! 2016 war ein Jahr der Veränderung bei Anexia. Ein Grund dafür war die Übernahme von netcup, mit dem Ziel gemeinsam zu wachsen und die Märkte international auszuweiten. Mit der Übernahme des Karlsruher Unternehmens ist auch die Familie der Anexianer gewachsen. Eine der damals neu gewonnenen Teammitglieder ist Yuny. Auch sie hat einmal klein angefangen, aber durch Ehrgeiz, Perfektionismus und Können ist sie nun Assistentin der Geschäftsführung bei netcup. Sie hat für jeden ein offenes Ohr und ist mit ihrer bemühten Art ein bisschen die gute Seele von Karlsruhe.

Wie unsere Kollegin vom Support zur Assistentin der Geschäftsführung wurde und warum ihr Arbeitstag bereits in der Dusche beginnt, erfahrt ihr in diesem #joinourrevolution Interview.

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Was zeichnet die Karlsruher Anexianerinnen und Anexianer aus?
Gegenfrage: Wie stellst du dir einen typischen ITler vor?

Mit einer Kapuze, in einem dunklen Raum und vor sich ein Computer mit lauter Code drauf.
(schmunzelt) Genau, das zeichnet uns aus, so sind unsere Karlsruher. Typische ITler mit Kapuze, sehr direkt im Ton und im Umgang, aber das mag ich. Wir rennen sehr viel barfüßig herum und damit unsere Pflanzen auch einmal die Sonne sehen, gehe ich immer herum und lasse die Rollläden hoch. Wenn ich die Kollegen nicht zwingen würde, würden sie ihre Pause auch noch vor dem Bildschirm verbringen. Meine Kollegin Jennifer und ich sind die einzigen Anexianerinnen in Karlsruhe. Wir kümmern uns darum, dass alles läuft. Deshalb sag ich auch manchmal ganz liebevoll meine Kinder.

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Du kümmerst dich aber nicht nur um die Kollegen sondern bist auch Assistentin der Geschäftsführung bei netcup? Welche Aufgaben umfasst deine Stelle?
Vieles, meine Aufgabengebiete sind sehr weitläufig. In erster Linie halte ich unseren Geschäftsführern/der Geschäftsführung den Rücken frei. Ich bin aber auch für die Buchhaltung zuständig. Da habe ich seit einem Jahr eine sehr gute und zuverlässige Backoffice Assistant bekommen, die Jennifer. Sie nimmt mir sehr viel ab, sodass ich nur noch die buchhaltende Vorbereitung für den Steuerberater mache. Wenn auf unserer Webseite Fehler auftauchen, bin ich dafür zuständig, sie zu korrigieren und ich unterstütze Felix Preuß auch sehr viel in der Produktentwicklung. D.h. er hat eine Idee, holt sich meine Meinung dazu und dann helfe ich ihm dabei, die Produkte intern und in unserem Produktsystem anzulegen. Zusätzlich mache ich noch ein bisschen HR, da fertige ich die Verträge an, mache Mitarbeitergespräche aus, usw. Aber das gefällt mir, denn ich kümmere mich echt gerne um die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ihre Anliegen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag von dir aus?
Mein Arbeitstag beginnt eigentlich schon zu Hause in der Dusche. Da denke ich darüber nach was ich heute erledigen muss und manchmal kommen mir Ideen. Die schreibe ich auf einen Zettel und den nehme ich mit in die Arbeit. (lacht) Viele Aufgaben wiederholen sich natürlich, aber es ist kein Tag gleich. Deshalb gibt es keinen typischen Ablauf  – außer, dass mein Arbeitstag in der Dusche beginnt.

Anexia und netcup sind wie Gehirnzellen, die sich finden, verknoten und immer mehr Synapsen ausbilden.

Seit 2016 gehört netcup zu Anexia. Was hat sich dadurch für dich verändert?
Es hat sich schon einiges verändert. Ich kann jetzt viele Dinge abgeben. Auf der anderen Seite muss ich mich mehr absprechen. Die Mühlen mahlen jetzt schon langsamer, aber das meine ich nicht negativ. Ich merke, dass es bedachter wird und dass wir größer werden. Am Anfang waren vielleicht Bedenken da, aber ich rede sehr viel mit unseren Mitarbeiterinnen Mitarbeitern und die arbeiten immer mehr mit anderen Abteilungen zusammen und genießen den Austausch. Es macht mir Freude zu sehen, wenn sich Menschen verstehen und wie sich alles langsam entwickelt. Im Grunde sind wir wie kleine Gehirnzellen, die immer mehr Schnittstellen finden, sich verknoten und Synapsen ausbilden. Ich selbst arbeite viel mit der HR Abteilung und der Marketing Abteilung zusammen. Was ich dabei merke ist, dass ich viel dazulerne und auch Bestätigung bekomme, was ich alles richtig gemacht habe bisher. Ich bin aus diesen Bereichen nicht vom Fach, bis jetzt habe ich es so gemacht wie ich es für richtig gehalten habe.

Wie bist du zu dem gekommen was du heute machst. Wie steigt eine Assistentin der Geschäftsführung ins Berufsleben ein?
Es war kein typischer Einstieg. Ich habe nach der Schule gleich angefangen im Support zu arbeiten. Nebenbei war ich auf der Abendschule und danach habe ich mit 30 ein Studium für Geowissenschaften begonnen.

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Vom Support zur Assistenz der Geschäftsführung. Wie geht das?
Ein ehemaliger Kollege von mir hat damals bei netcup angefangen. Ich war gerade auf der Suche nach einem neuen Job und er hat gemeint, dass sie jemanden für den technischen First Level Support suchen. Ich habe mich beworben und wurde zu einem Gespräch eingeladen. Dort hab ich erzählt, dass ich es mir offen halte, nochmal zu studieren. Felix (An.d.R.: Felix Preuß, Managing Director netcup) hat mich gefragt, was ich von Wirtschaftsinformatik halte und so kam es dazu, dass ich als duale Studentin eingestellt wurde. In der geplanten Support-Stelle habe ich also keine Sekunde gearbeitet. Das Studium war stressig für mich. Auch habe ich im dritten Semester gemerkt, dass Programmieren einfach nicht meins ist. Ich wurde schlussendlich zwar keine studierte Wirtschaftsinformatikerin, aber meine Chefs haben gemeint, dass meine Arbeit gut war und deshalb wurde ich für den für mich vorgesehenen Job eingestellt – und mit der Zeit und Erfahrung wurde ich Assistentin der Geschäftsführung.

Was ist ein duales Studium?
Hier wird Studium und Ausbildung kombiniert. Ich war im Ausbildungsverhältnis angestellt, also als Student. Bei mir war es noch so, dass ich ein halbes Jahr auf der Uni war und in dem anderen Semester in der Firma. In der Zeit in der Firma habe ich dann meine Projektarbeiten gemacht. Letztes Jahr haben wir sogar eines meiner Projekte umgesetzt, das hat mich total stolz gemacht. Das war das Domain Reselling.

Ich bewirke gerne etwas und in meiner Position habe ich das Gefühl, es auch zu können.

Woher hast du deine technische Erfahrung?
Aus meinem dualen Studium und ich war bei meinem ehemaligen Arbeitgeber zehn Jahre lang im Support. Dort war ich für Domainumzüge zuständig, später war ich Second Level, stellvertretende Teamleiterin und dann habe ich noch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingelernt.

Was ist der Unterschied zwischen First Level und Second Level Support?
First Level muss nicht so viele technische Hintergründe mitbringen. Er muss sich nicht auf einem Server einloggen können oder verstehen, warum etwas nicht funktioniert. Als ich angefangen habe, war das noch Bestellungen verifizieren, einfache Hilfestellungen an den Kunden geben z. B. wie man ein Postfach einrichtet. Im Second Level braucht man schon mehr technisches Verständnis und Wissen. Man kann es sich vorstellen wie die Vorstufe zu Operations.

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Was gefällt dir an deinem Job? Was motiviert dich?
Mir gefällt, dass es so vielfältig ist. Mir gefällt es, in verschiedene Bereiche zu schnuppern und immer den Überblick zu behalten. Und es motiviert mich zu wissen, dass ich meinen Vorgesetzten mit meiner Arbeit helfe. Es ist schön ein „Danke Yuny“ zu bekommen. Ich bewirke gerne etwas und in meiner Position habe ich das Gefühl, es auch zu können.

Ursprünglich kommst du nicht aus Karlsruhe. Was gefällt dir dort und warum bist du geblieben?
Als ich mit sechzehn nach Karlsruhe gekommen bin, habe ich mich sofort zu Hause gefühlt, ab der ersten Sekunde, und deshalb bin ich geblieben. Diese Stadt hat einfach alles, aber es fühlt sich trotzdem wie ein Dorf an, denn jeder kennt jeden. Ich komme ja aus einem und Karlsruhe war für mich einfach nach Hause kommen. Ich bin in China geboren, hab in Frankfurt und in der Nähe von Heidelberg gelebt und Karlsruhe war die erste Stadt, bei der ich das „nach Hause kommen“ empfunden habe.

Was machst du in deiner Freizeit?
Ich habe ganz lange als Gastronomin gearbeitet, sogar während der netcup Zeit, weil es mir einfach so viel Spaß gemacht hat Menschen glücklich zu machen. Außerdem war es ein sehr guter Ausgleich zum Bürojob. Jetzt mit meiner Stelle geht das leider nicht mehr. Jetzt lese ich in meiner Freizeit sehr viel, vor allem historische Romane und bin ein richtiger Serien-Junkie.

Konstruktive Kritik ist mir wichtig, denn nur so kann ich etwas verbessern.

Welchen Bildungsweg würdest du jemanden empfehlen, der das gleiche machen möchte wie du?
Assistentin der Geschäftsführung kann man nur machen, wenn man Erfahrung hat. Es kommt aber darauf an, in welcher Firma man arbeitet, aber eine kaufmännische Ausbildung zu machen ist immer von Vorteil. Man muss sich durchsetzen können, muss loyal sein, geduldig und braucht viel Leidenschaft dafür. Der Job ist kein 9-to-5-Job. Ganz wichtig ist es auch, mit Kritik umgehen zu können. Wenn ein Mitarbeiter kommt und sagt, dass ihm etwas nicht gefällt, dann darf man nicht gleich den Kopf einziehen sondern man muss auch stabil bleiben und Rückfragen stellen. Für mich ist konstruktive Kritik ganz wichtig, denn nur durch Verbesserungsvorschläge kann ich etwas bewirken oder verändern.


Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Hast du die Leidenschaft und das nötige Wissen, aber kein Studium? Kein Problem. Bewirb dich jetzt auf eine unserer offenen Stellenausschreibungen und #joinourrevolution.