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ANEXIA
JUN
10
2020

Native vs. Hybride Apps – eine Entscheidungshilfe

Geschrieben am 10. Juni 2020 von Florian Windbichler

Gleich vorab: einen wirklichen Gewinner gibt es in dem Wettkampf Hybride vs. Native Apps nicht. So wie vieles in der Technik haben hier beide Technologien ihre Vor- und Nachteile. Wie so oft kommt es darauf an was die App können soll. Dieser Blogpost soll die wichtigsten Punkte gegenüberstellen und eine Entscheidungshilfe sein.

Unterschiede zwischen nativen Apps und hybriden Apps

Eine native App wird nur für ein Betriebssystem programmiert. Bei Android verwendet man dafür Android Studio und für iOS, Xcode. Eine hybride App hingegen ist eine Applikation, die einmal programmiert wird und dann für mehrere Plattformen wie Android, iOS, oder auch Desktop verwendet werden kann. Um den Code für beide Plattformen nutzen zu können, braucht es eine Abstraktionsschicht. Das ist der hybride Teil der App. Der unterliegende Teil, der native Teil, wird für das jeweilige Betriebssystem ausgetauscht.

Vorteile von nativen Apps?

Eine native App läuft grundsätzlich schneller. Vor allem wenn man graphisch orientierte Apps hat, wäre eine hybride Variante um einiges langsamer. Ein weiterer Vorteil ist der leichtere Zugriff auf Funktionen wie Kamera, Fingerprint usw., da diese schon in der Entwicklungsumgebung bereitgestellt werden. So ist man von externen Plugins unabhängig.

Vorteile von hybriden Apps

Hybride Apps haben den Vorteil, dass man sie nur einmal entwickeln muss und sie anschließend an verschiedene Plattformen ausspielen kann. Hinzu kommt, dass das Entwicklerteam kleiner ist und man somit schneller vorankommt. Damit spart man nicht nur Zeit, sondern auch Geld.
Positiv äußert sich auch die Verwendung von gängigen Programmiersprachen. Dadurch eröffnet sich einem eine größere Base von Entwicklern, die am Projekt mitarbeiten können. Somit hat man als Unternehmen, mehr Möglichkeiten geeignete Entwickler zu finden.

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Nachteile von nativen Apps

Die beiden größten Nachteile sind Zeit und Geld. Man muss für jedes Betriebssystem (iOS und Android) eine eigene App programmieren, was doppelten Zeitaufwand bedeutet. Das gilt auch für jede Funktion, die im Nachhinein hinzugefügt wird. Dadurch hat man einen doppelt so hohen Zeitaufwand und einhergehend doppelt so viele Kosten.

Nachteile von hybriden Apps

Grundsätzlich hat man dann ein Problem bei hybriden Apps, wenn man unsauber programmiert. Durch die Intermediate Language, mit der die hybride Schicht programmiert wird, wird die Performance bereits geschwächt (Latenz). Ist dann noch der restliche Code imperformant, wird das ganze Konstrukt instabil.
Aufgrund dieser Latenz, die durch die Abstraktionsschicht entsteht, ist es auch nicht empfehlenswert beispielsweise ein Spiel als hybride App zu programmieren. Dabei würden zu viele komplexe Berechnungen gemacht werden, unter denen die Performance zu stark leidet.

Worauf muss ich beim Programmieren einer nativen App achten?

Grundsätzlich muss man, wie bei jedem Programm auch bei einer nativen App darauf achten, dass man Error-Handling einbaut. Ansonsten könnte die App einfach abstürzen. Natürlich darf der „Look and Feel“ der jeweiligen Plattform nicht verloren gehen. Das bedeutet, dass auf einer Android-App keine iOS-Buttons verwendet werden, oder bei einer iOS-App kein Android-Menü verwendet wird.

Worauf muss ich beim Programmieren einer hybriden App achten?

Bei einer hybriden App nehmen einem die zum Einsatz kommenden Frameworks schon die meiste Arbeit in Hinsicht auf Plattformunterschiede ab. Trotzdem schadet es natürlich nicht die unterschiedlichen Finessen der Plattformen zu kennen, gerade in der User Experience. Spiele oder andere rechenintensive Apps sollten aus Performancesicht besser nativ entwickelt werden, da die hybride Schicht bremst


Je nach Anwendungsfall gibt es Vor- und Nachteile von hybriden oder nativen Apps. Hybride Apps haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Auch der Nachteil der Latenz könnte in den nächsten Jahren verschwindend gering werden. Die Unterschiede in der User-Experience von iOS und Android macht das aber nicht wett. Mehr zu dem Thema haben unsere Entwickler Sven und Alexandra in diesem Video zusammengefasst:

Hybride App oder native App – was ist besser?

Lieber native Apps für iOS oder Android entwickeln, oder auf eine hybride Software setzen? Die Experten von Anexia erklären dir die jeweiligen Vor- und Nachteile.Mehr Infos hier: https://bit.ly/35lZPWg

Gepostet von TrendingTopics.at am Montag, 2. Dezember 2019

 

Wer mehr über App-Entwicklung erfahren möchte, kann sich gerne unverbindlich zum Beratungsgespräch an unsere Experten wenden.